2011-03-02

falle

der scham entrückt
das ich geschüttelt
noch nie so nackt

der leib zerrissen
die kehle verdorrt
zerfasert das herz
so feige nie

verkantet in qual
in furcht verchromt
verzweifeltes zittern

der marter raum ist grenzenlos und eng
der wille kriecht am linoleumboden
überwältigt entführt gepeinigt
ohrenbetäubende übermächtige ohnmacht

2009-11-15

erholung

sie trieb so dahin
in den wellen des glücks

setzte zögernd
ihre füße ins kühle laub
verlernte die furcht vor der dunkelheit

die monde vergingen
und zwischen den zärtlichen ästen
entglitt ihr die poesie in den stillen see

2008-10-05

frau auf dem hügel

im zeitenzerfledderten aschehaar jaulen die stürme
die irden schwere luft hebt sich um dich empor
noch ist der moment nicht gekommen, francesca
die faust in die kälte zu öffnen den segen zu sprechen

mit nacktem fuße tratest du auf hart gedörrten schlamm
es streckte sich das dorngestrüpp nach deinen knöcheln
noch war da der weg nicht vollendet, francesca
die stille in schranken zu treiben den kies zu schleifen

nun stehst du fest, frau auf dem hügel, und es windet sich der tag
noch klammert sich das laub doch wird es fallen
wie jener dich noch halten und dir folgen will
die farben beten dich an, francesca, schwarzbeeren vor rostrotem rauschen